Ausstellung ELEGANCE – Jan Rapin & Bildhauer

Die Galerie SOCHÁRIUM veranstaltet die Jubiläumsausstellung ELEGANCE, die anlässlich des 70. Geburtstags des Malers Jan Rapin die bislang umfassendste Präsentation seines Werkes im Neustädter Rathaus in Prag 2 bietet.
Das Projekt präsentiert eine repräsentative Auswahl aus dem Schaffen des Künstlers über verschiedene Phasen seiner künstlerischen Laufbahn hinweg und ermöglicht einen Einblick in die Entwicklung seines unverwechselbaren malerischen Ausdrucks in einem breiteren Kontext. Die Ausstellung wird in zwei Teile gegliedert – im Erdgeschoss der Galerie werden Werke aus den letzten zehn Jahren gezeigt, während die Turmgalerie etagenweise in thematische Einheiten unterteilt ist. Der Besucher durchschreitet dabei den Herrensalon, betritt den Gentlemen's Club, gelangt in den Saal der Musik und des Tanzes und wirft zudem einen Blick in das Atelier des Künstlers.
Die Ausstellung wird jedoch keine reine Einzelausstellung sein. Der Raum wird sensibel durch ausgewählte Skulpturen von Künstlern ergänzt, die die Galerie langfristig vertritt – beispielsweise von Zdeněk Legner, Barbora Fausová, Vítězslav Odstrčil und weiteren. Ihre Arbeiten treten in einen natürlichen Dialog mit Rapins Malerei und verleihen der gesamten Ausstellung zusätzliche Lebendigkeit.
Ausstellungskatalog
Der Katalog ist derzeit nur teilweise ausgefüllt und wird bis zur Eröffnung der Ausstellung schrittweise ergänzt.
Verkaufsbedingungen hier.
📅 Ausstellungsdauer: 7.5. – 31.5.2026
Öffnungszeiten: Di – So | 10:00 – 18:00 Uhr
(30 Minuten Mittagspause zwischen 12:00 – 13:00 Uhr)
Eintritt:
Galerie im Erdgeschoss: voll 50 CZK (ermäßigt 20 CZK, Familie 100 CZK)
Galerie im Turm: 100 CZK (ermäßigt 70 CZK, Familie 200 CZK), der Preis beinhaltet auch den Ausblick vom Turm des Neustädter Rathauses
🥂 Vernissage: Mittwoch, 6.5.2026 ab 18:00 Uhr (auf Einladung)
🧑🎨 Künstlergespräch & Treffen mit dem Künstler: Sonntag, 17.5.2026 um 15:00 Uhr (öffentlich zugänglich)
📍 Veranstaltungsort: Neustädter Rathaus – Galerie im Erdgeschoss & Galerie im Turm
Karlovo náměstí 1, Prag 2
Der Eingang zur Galerie im Erdgeschoss befindet sich im Durchgang des Neustädter Rathauses von der Vodičkova-Straße aus.
Der Eingang zur Galerie im Turm befindet sich direkt an der Vodičkova-Straße.
Jan Rapin (1956)
Er wurde 1956 in Prag geboren. Bereits während seiner Gymnasialzeit widmete er sich der Malerei. Ein Studium an der Akademie der Bildenden Künste wurde ihm aus politischen Gründen verwehrt, dennoch entwickelte er sich zu einem angesehenen Maler und Grafiker der zeitgenössischen Kunstszene.
Er studierte am Akademischen Gymnasium in Prag, Anatomie an einer medizinischen Fachschule sowie Malerei bei Petr Hana. Zu seinen wichtigsten Inspirationsquellen zählten vor allem die Werke des Hochbarock, insbesondere die Malerei von Petr Brandl. In seiner künstlerischen Entwicklung griff er jedoch auch auf Impulse der modernen Malerei zurück, vor allem von Paul Gauguin, André Derain sowie dem tschechischen Künstler Bohumil Kubišta. Eine große Nähe empfand er zudem zur poetischen Ausdrucksweise von Jan Zrzavý und Vladimír Komárek, der für ihn nicht nur ein Freund, sondern auch ein Vater war – obwohl beide Künstler vollkommen eigenständig und unabhängig arbeiteten.
Zu den Hauptthemen seiner Bilder gehören sinnliche und geheimnisvolle Frauen, die Welt der Musiker und Kartenspieler, Stillleben mit Instrumenten und Gegenständen, die scheinbar menschliche Eigenschaften tragen, sowie biblische Motive.
Jan Rapin wird von der Essenz des Lebens selbst und von der Sehnsucht nach Schönheit und Harmonie inspiriert, die sein gesamtes Werk durchdringt.
Der Künstler hat mehr als 130 Einzelausstellungen realisiert, davon über ein Drittel im Ausland. Seine Werke sind in privaten und öffentlichen Sammlungen in mehr als 25 Ländern weltweit vertreten.
Autorenwort zur Ausstellung:
AUSSTELLUNG ELEGANCE
JAN RAPIN – CONTRA TORRENTEM
„Bescheidenheit ist die Schwester des Talents", schrieb einst ein bedeutender Mann – und er hatte mehr als recht. Und so versuche ich, mich nach diesem Motto zu richten, wenn auch nicht immer bewusst. Um auszudrücken, was ich meine, genügen stets bescheidene Mittel. Einige Farben. Inhalt. Dadurch gelange ich, so glaube ich, in die Nähe meiner Kollegen, die mehrere Jahrhunderte vor mir lebten und arbeiteten.
Die heutige Zeit ist der Kunst nicht wohlgesinnt – insbesondere nicht jener, die sich bewusst vom sogenannten Modernen absetzt, also von jener Kunst, die Unvermögen durch Geschmacklosigkeit kaschiert. „Die Kunst entwickelt sich nicht", behauptete einst einer der bedeutendsten Maler des 20. Jahrhunderts. Würde sie sich entwickeln, wären ein Rembrandt oder ein Rubens längst in Vergessenheit geraten. Doch dem ist nicht so. Daraus folgt, dass sich jeder neue Adept der Malerei an diesen Größen messen muss. Und genau das versuche ich.
Von Anfang an habe ich den Weg der alten Meister gewählt, ungeachtet moderner „Ismen", und diesem Weg bin ich nun seit einem halben Jahrhundert treu geblieben. Ja, ich wurde in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts geboren – und bin bei dieser heutigen Präsentation wohl selbst schon ein wenig ein Museumsstück. Ich bin nie den Weg kollektiver Präsentation gegangen und habe meine Zukunft nie im Schutz einer Gruppe von Generationsgefährten gesehen.
Ich versuche mir stets vor Augen zu halten, dass Kunst erheben, erfüllen, Hoffnung geben und den Sinn des Lebens unterstreichen soll – und zwar durch schöne Artefakte, zu denen die Betrachter immer wieder gerne zurückkehren. Ausgehend von meinem eigenen, unverwechselbaren Stil bemühe ich mich unter anderem, auch den im Titel genannten Begriff der Eleganz zu erfüllen.
Lange vorbei sind die Zeiten, in denen ich mich über jede neue Präsentation meiner Bilder freute – sei es in Prag, Paris, New York, Rom, Oslo oder Antwerpen. Die Zahl der Ausstellungen wuchs, und ich kann nur hoffen, dass meine Arbeit den aufmerksamen Betrachtern noch immer etwas zu bieten hat. Ich möchte Freude und Genuss durch meine Bilder schenken – schon allein deshalb, weil es auf der Welt mehr als genug Hässliches gibt.
Leider werde ich von meinem Umfeld manchmal als Störer der Modernität und progressiver Ordnungen wahrgenommen – sei es von Malern oder von Bürokraten. Und so können wir zum Titel zurückkehren, der das Motto des Hauses Salm widerspiegelt, eines der ältesten und vornehmsten europäischen Adelsgeschlechter – ein Motto, das ich mir nach vielen Jahren der Arbeit wohl ebenfalls zu eigen machen darf:
Contra torrentem – gegen den Strom.
